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Naturlatex

     

Naturlatex

Herkunft
Bei Ausgrabungen in Britisch-Honduras stiess man auf Ballspielplätze der Maya-Indianer aus dem 10. und 11. Jahrhundert und fand Kautschukbälle von der Grösse eines heutigen Fussballes. Christoph Columbus brachte solche Bälle mit nach Europa.
Der Rohstoff für Naturlatex stammt vom tropischen Gummibaum "Hevea brasiliensis".  Ursprünglich in Südamerika beheimatet und schon von den Atzteken benutzt, wird der Gummibaum heute vor allem in Plantagen in Südost-Asien kultiviert. Das Wort Kautschuk stammt aus der südamerikanischen Eingeborenensprache und bedeutet soviel wie "weinendes Holz". Der heutige Begriff Latex kommt vom spanischen Wort für Milch.

Rohstoffgewinnung
Nach 6 Jahren wird die Rinde des Gummibaumes zum ersten Mal angeritzt, um die daraus austretende Latexmilch in Bechern aufzufangen. Ausgewachsene Gummibäume werden bis zu 30 Meter hoch.
25 Jahre lang kann in regelmäßigen Abständen von einem Gummibaum Rohlatex gesammelt werden. 

Naturlatexherstellung
Diese Rohlatexmilch wird vor Ort verarbeitet oder in flüssigem Zustand nach Europa transportiert. Die Latexmilch wird zentrifugiert, mit Hilfsmitteln zu feinem Schaum geschlagen, in eine Stahlform gegossen und anschließend bei 100° "gebacken" oder "vulkanisiert", d. h. durch Wasser oder Wasserdampf verfestigt. Die Vulkanisation ist ein 1839 von Charles Goodyear entwickeltes chemisch-technisches Verfahren, bei dem Latexmilch mit Hilfe von Schwefelzusätzen widerstandsfähig gemacht wird. Der bei diesem Verfahren entstandene Naturlatex ist dem Rohstoff Naturkautschuk weit überlegen und gegen Temperaturveränderungen, Druck und mechanische Beanspruchung nicht so empfindlich. Der so gewonnene Naturlatex ist durch die vielen Luftbläschen dauerelastisch, das heißt, er kehrt bei mechanischer Beanspruchung sofort wieder in seine Ursprungslage zurück.
Durch die sich in den Stahlformen befindenden Stifte entstehen nach der Vulkanisation klimaregulierende und druckausgleichende Hohlräume. Von diesen Hohlräumen leitet sich die Bezeichnung Stiftlatex her. So entsteht z. B. ein Mehrzonen-Naturlatexkern durch unterschiedliche Anordnung, Größe und Form der Hohlräume. Je differenzierter diese Anordnung ist, umso besser ist der Liegekomfort. Je mehr Luftbläschen und Hohlräume ein Naturlatexrohling enthält, umso weicher ist der Liegekomfort.

Die Bezeichnung Naturlatex ist nicht geschützt. Da Naturlatex teuer ist, wird er oft mit billigerem Syntheselatex (Rohstoff Erdöl ) gemischt, ohne dass dies entsprechend angegeben wird.
Bis Ende der Achtziger Jahre (1988) war es aus technischen Gründen nicht möglich, Latexrohlinge aus 100 % Naturlatexmilch herzustellen.  Der Anteil der Hilfsmittel und Zusatzstoffe ( Aufschäumer, Bindemittel, Beschleuniger, Alterungszusätze, Konserviermittel) betragen höchstens 5% des gesamten Kernes. Unsere Prozentangaben 100% Naturlatex beziehen sich auf den reinen Naturkautschukgehalt, das rein pflanzliche Rohhmaterial.

QUL (Qualitätsverband Umweltverträgliche Latexmatratzen e.V.)
Um dem weiteren Missbrauch des Begriffes "Naturlatex" vorzubeugen wurde 1994 auf Initiative des Kölner Eco-Umweltinstituts der "Qualitätsverband Umweltverträgliche Latexmatratzen e.V." (QUL) gegründet. Dieser Verband von Rohstofflieferanten, Latexschäumern, Matratzenherstellern und Händlern legt ökologische Richtlinien und klare Kriterien für die chemische und mechanische Prüfung von Naturlatex-Matratzen fest. Die Grundlage des QUL-Siegels ist eine umfassende Prüfung der Matratzen, die mindestens einmal jährlich erfolgt. Die chemische Prüfung erfolgt in Laboren, die dem QUL-Verband angeschlossen sind; die mechanische Prüfung wird von der LGA (Landesgewerbeanstalt) durchgeführt. Das Zertifikat darf nur für die Dauer eines Jahres für den geprüften Matratzentyp verwendet werden. Der Warenfluss wird stichprobenhaft zwei mal pro Jahr kontrolliert. Das QUL-Siegel stellt die zur Zeit strengsten Richtlinien für die Herstellung von Naturmatratzen auf und soll den Verbraucher vor Schadstoffen schützen. So kann das vorgelegte QUL-Siegel mit seinem Prüfbericht ein vertrauenswürdiges Siegel für den Käufer darstellen.
Nach der Vulkanisation werden die Naturlatexkerne mehrfach gewaschen, um nicht gebundene und benötigte Bestandteile zu entfernen.


Naturlatex contra Syntheselatex
Der Ausgangsstoff für Syntheselatex ist Roherdöl, das uns nicht unendlich zur Verfügung steht. Naturlatex wird aus nachwachsenden pflanzlichen Rohstoffen hergestellt. Die Rohlatexmilch wird von Hand geerntet. Syntheselatex ist vom Aufwand her günstiger in der Herstellung, besitzt aber nicht die besondere Punktelastizität des Naturlatexes. Kein anderes Material besitzt diese aus orthopädischer Sicht hervorragende Punktelastizität des Naturlatexes. Naturlatex ist dauerhaft punktelastisch und hat eine Lebensdauer von mindestens 10 Jahren.
Bei der Naturlatexherstellung wird weniger Energie verbraucht als bei der Syntheselatexherstellung. Die Umwelt wird geschont und der Kohlendioxidhaushalt der Erde weniger beeinträchtigt. Naturlatex ist frei von Lösungsmitteln, FCKW und krebserregenden chemischen Weichmachern. Naturlatex zerfällt bei UV-Strahlungen und wird umweltfreundlich entsorgt.

Naturlatex und Allergien
Naturlatex gibt keinen Staub ab, was für Allergiker und Asthmatiker wichtig ist. In Kombination mit einer atmungsaktiven Naturmaterialauflage wie z. B. Wolle entsteht ein trocken-warmes Bettklima.

Naturlatex als Matratzenmaterial
Matratzenkerne aus reinem Naturkautschuk sind aufwendiger in der Produktion und daher keine Billigprodukte. Naturlatex ist jedoch eines der besten Polstermaterialien. Durch seine vielen kleinen Luftbläschen ist Naturlatex dauerhaft punktelastisch und aus orthopädischer Sicht hervorragend. So sinken Schultern und Hüfte ein, währen die Wirbelsäule sanft abgestützt wird. Dies ist besonders wichtig, damit die beanspruchten Bandscheiben entlastet werden und sich regenerieren können. Auch die Wirbelsäule kann sich dadurch entspannen und erholen. Die Entstehung von Druckstellen wird so vermieden und die Haut wird gut durchblutet. Naturlatex ist antistatisch und lädt sich nicht durch Bewegungen des Schläfers auf.

Wir empfehlen Matratzen aus Naturlatex

  • für Menschen mit Rückenproblemen
  • bei Bandscheiben- und Wirbelsäulenproblemen
  • bei Druckempfindlichkeit
  • bei Verspannungen
  • für Menschen, die entspannt und komfortabel schlafen wollen
                     

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